Mittwoch, 24. Februar 2016

24.02.2016 - Korrupte Presse



Im Ländle ist momentan Wahlkampf. Ein fast richtiger Kampf – wenn man so will: ein kleiner oder mittlerer oder großer  Krieg. Manche sagen auch – ein richtiger Krieg der Knöpfe, wie einst. Aber Chefredakteur Detlef Maria Rotter ("Runxendorfer Zeitung") hat seinen Wählern in diesen Tagen in seinen freitaglichen Bemerkungen „Rund um dem (sportlich/politischen/menschlichen) Ball“ zugerufen: „Ein guter Mensch, in seinem dunklen Drange, ist sich des rechten Weges wohl bewusst – und er darf auch eine Meinung dazu haben.“

Zumindest in der Demokratie des Ländles. „Denn in dieser Woche“, so stellte er zufrieden fest, „herrscht Klarheit.“  Und weiter schrieb Rotter: „Das Bewerberfeld für die Landtagswahl im Ländle steht: Mit dem grünen Ministerpräsident Kretschmann, seinem Stellvertreter von den Sozis Nils Schmidt, dem schwarzen Guido Wolf am Merkel-Rockzipfel, und den weniger bekannten Spitzen von AfD, FDP und Linken hecheln alle – mehr oder weniger atemlos -dem Ziel zu.“



Die vier staatstragenden Parteien wurden von der Provinzgazette „Runxendorfer Zeitung“ eingeladen, ihren Spitzenkandidaten vom Chefredakteur in  einem Gespräch testen zu lassen.



Ein wenig verschnupft schrieb Rotter: „Uns als Journalisten ist es Pflicht, diese für das Ländle und seine Region richtungsweisende Wahl einzuordnen – auch durch die bezahlten Anzeigen der staatstragenden Parteien.“ Denn beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk bekommen die System-Parteien die Werbung umsonst.

Wie in vielen seiner klugen Reden weist der Chefredakteur deutlich darauf hin: Nur er und seine Kollegen in der Redaktion haben die Kraft, den Mut und die Klugheit, die Verwirrungen aus der Politik, Wirtschaft und Kultur richtig einordnen zu können. Als Dienst für eine funktionierende Demokratie im Ländle.


Sauer ist Rotter - auf selbsternannte Kommentatoren im Internet, die ekelhaften Schmeißfliegen auf der edlen Journalismus-Torte: „Auch bei diesem Landtagswahl sind die Attacken und Vorwürfe des Internet-Pöbels widerlich und abstrus.“ – Und seine kraftvolle Parole für die Wahlkampf-Zukunft seiner „Runxendorfer Zeitung“  lautet: „Wir bleiben in diesem Shitstorm standhaft.“



Detlef Maria Rotter prophezeit: „Die Landtagswahl wird einer der Ministerpräsidenten-Kandidaten gewinnen, der von zwei der vier im Landtag vertretenen Parteien unterstützt wird.“

Dabei verschweigt schamhaft der redliche Rotter, dass er seit Wochen seinen provinziellen und dumpfbackigen Redakteur(inn)en einen Maulkorb auferlegt hat. Sie dürfen den Leser nicht darüber informieren, dass einer dieser beiden Kandidaten vom Ländle-Geheimdienst heftig unterstützt wird. Den haben die Redakteure auch in ihren Artikeln zu unterstützen. Und das machen diese Redakteure gern – denn sie wählen seit Jahren schon heftig grün. Wie ihre Großväter vor Jahren braun.

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