Bis zu 9.000 Euro Miete im Monat kassiert ein Wohnungsbesitzer in Tempelhof möglicherweise, weil er dort Flüchtlinge zu Tagessätzen unterbringt. Die Rechnung zahlt das Land Berlin. Der Hinweis eines Hörers brachte das rbb-Inforadio und "KLARTEXT" auf die Spur.
Inforadio-Hörer Frank Altenburg besitzt drei Wohnungen in einem
Mehrfamilienhaus in der Tempelhofer Königsstraße. Dort gab es lange Zeit einen
Friseursalon in einer Wohnung im Erdgeschoß. Im September vergangenen Jahres
hat die Besitzerin den Laden aufgelöst, das Gewerbe abgemeldet und die Wohnung
verkauft: 70 Quadratmeter, drei Zimmer, für knapp 100.000 Euro.
Altenburg hat den
neuen Eigentümer nie kennengelernt, doch er hat mitbekommen, dass der in der
Wohnung offenbar eine nicht genehmigte Flüchtlingsherberge betreibt - ein
lukratives Geschäft auf Kosten des Landes Berlin: "Ich fand es völlig in Ordnung,
dass dort Flüchtlinge untergebracht werden, aber absurd, dass Mondpreise
bezahlt werden, für Unterkünfte von Flüchtlingen in einem normalen
Mietshaus." Jeder normale Wohnungsvermieter mache sich strafbar, wenn die
Miete 15 Prozent über dem Mietspiegel liege.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen