Sonntag, 31. Juli 2016

31.07.2016 - Nahe



Die Deutzer Werft in Köln am vergangenen Sonntag. Ein türkisches Fahnenmeer, euphorische Erdogan-Anhänger, die dem türkischen Präsidenten in Liedern huldigen und, wenn man sich am Rande der Demonstration umschaut, Verwunderung und Fassungslosigkeit in den Gesichtern der Anwohner. Die Kundgebung, welche von der AKP-nahen Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) organisiert wurde, fand unter dem Motto „Ja zur Demokratie, nein zum Staatsstreich“ statt und lockte zehntausende türkische Nationalisten aus ganz Europa an das Rheinufer.

Es wäre allerdings passender gewesen, den Begriff Demokratie durch „Erdokratie“ zu ersetzen, denn die aktuellen Vorgänge in der Türkei sind alles andere als demokratisch. Stattdessen sichert Erdogan nach dem gescheiterten Putschversuch am 15. Juli seine ohnehin gefestigte Macht, indem jeder potenzielle politische Gegner aus dem Weg geräumt wird. Die Anzahl der entlassenen, suspendierten und inhaftierten Menschen in der Türkei hat mittlerweile die Marke 70.000 überschritten und verdeutlicht das Ausmaß der „Säuberungswelle“.
Noah Sari

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