Montag, 18. Juli 2016

17.07.2016 - Queer As Folk (5)

Brian Faust (I)

Der ehrliche Mephisto ist in diese TV-Serie der schöne Brian Kinney, der die Hetero-Gesellschaft hasst.

"...macht süchtig!" so die Kritik des Boston Globe über die amerikanische TV-Serie "Queer As Folk".

Und mit dieser Aussage kann ich nur zustimmen. Aber nicht nur Schwule und Lesben macht die TV-Serie süchtig – auch Heteros…

Vor allem Gale Harold als Darsteller des Hauptdarstellers Brian Kinney - ich habe selten eine so intensive und wunderbare Darstellung gesehen - reduziert auf das Notwendige und Richtige in Gesten, Mimik, Pausen, Gängen, von Laut nach Leise in der Stimme - und umgekehrt   ... vor allem  in der Originalsprache Englisch zum Weinen und Jubeln schön. So wird der Charakter des Brian plastisch und intensiv und fast direkt persönlich - wie eine Liebesdroge. In seiner tragischen Sex-Sucht.

Der Gurken-Milliardär George, der als alter Mann endlich seine Schwulität leben kann, sagte über Brian Kinney, als er ihm vorgestellt wurde:
"Oh Brien - nach dem, was mir Emmett erzählt hat, sind Sie aus der Liebe zwischen James Dean und Ayn Rand entsprungen."  

Der Hauptdarsteller Brian ist nach dem Teufel Mephisto in Goethes „Faust“ geschaffen („Ein Teil von jener Kraft, Die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“). Er ist gleichzeitig die Doppelfigur Mephisto/Faust, der auch sein Gretchen bekommt (in diesem Fall der 17jährige Justin Taylor, eine „Jungfrau“).

Jedoch schafft Brian es nicht, seinen Freund Justin zu zerstören – obwohl die Gesellschaft, die ihn umgibt, das stark vermutet.

Dieser Faust/Brian hat einen Sex-Charakter, gefüttert mit Sehnsüchten und Drogen. Im Faust heißt es: "Ihn sättigt keine Lust, ihm g’nügt kein Glück"

Wenn er in seinem Sex - durch Drogen gesteigert – den Kick-Moment erreicht hat, zu dem er sagen könnte „Verweile doch! Du bist so schön!“, dann gibt es keinen Teufel, der ihn in die Hölle holt. Dort ist er schon – er lebt auf Erden, in den USA. Er ist in seinem schwul-lesbischen Freundeskreis in Pittsburgh der wahrliche Peter Pan. Bei ihm werden Märchenträume wahr.

Dieser Brian glaubt selbstverständlich nicht an Gott, er ist weder christlich noch jüdisch oder gar muslemisch. Er glaubt höchstens nur an sich - und an die Vernunft. Und er ist überhaupt nicht „politisch korrekt“.

Brian verachtet den Hetero-Sex – und behauptet von sich selbst, er sei heterophob. Als Reaktion auf die homophoben US-Spießer.

Er liebt - so nebenbei und intensiv - italienische Marken-Mode, er bewundert die Bauhaus-Möbel aus Deutschland und Italien – und er hat eine schwule Konfession...

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