Samstag, 9. Juli 2016

07.07.2016 - Queer As Folk (3)

Nebenbei bemerkt:

In den ersten der fünf Staffeln sind keine Schwarzen in den Filmen zu sehen. Weder als Nebenfiguren – und auch nicht als Komparsen. Später tauchen sie in als schwule Saunabesucher auf. Asiaten und Hispanics jedoch huschen als Komparsen über den Bildschirm.


Kurz gesagt ist die Serie als von mittelschichtigen Dienstleistern (Kellnern, Köchen, Buchhaltern, Supermarktleitern, Werbefachmännern, etc.) geprägt.


Der Hauptdarsteller Brian ist nach dem Teufel Mephisto in Goethes „Faust“ geschaffen („Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht; / Drum besser wär’s daß nichts entstünde.“).


Mit seinem NEIN-Sagen schafft Brian jedoch aber eine bessere Welt – voller selbstbewussten Individualisten, die durch das Feuer seiner "Aufklärung" gehärtet wurden.


Gleichzeitig ist Brian ein Dorian Gray, ein  besonders wunderschöner Mann (nicht nur vom Körper, sondern auch von Charakter und Geist her), der Mann und Frau in seinen besonderen sexuellen Bann lockt. Er ist ein Liebes-Medium, an dem sich die anderen Menschen verzehren, verbrennen … und das nicht fassen können.


Zwei monotheistischen Religionen werden in den Episoden gestreift.

Das Judentum sehr positiv. Die beiden Kinder der beiden Lesben, gezeugt von katholischen schwulen Männern, werden vom jüdischem Ritus zu Juden gemacht.

Eine schwule Hochzeit wird in Kanada unter Klängen einer orthodox-jüdischen Kapelle dargeboten.


Die Katholische Kirche wird als Verein der Hetero-Dumpfback(inn)en gezeigt – mit schwulen Priestern, die sich in Schwulen-Saunen bumsen lassen.


US-protestantische Sekten ("Kirchen") werden als dämliche und homophobe Quasi-Nazi-Partei präsentiert. 


Juden gut, Christen dumpf? Ein wenig differenzierter, bitte. Beide haben ihre Schandtaten in der Geschichte … und mehr als das …

Aber … meine Kritiken kann ich auch an Shakespeare-Dramen anlegen … Insofern… „Queer as Folk“ ist erfrischend, ehrlich, klug konstruiert, witzig, mit schöner Ironie, mit beißendem Sarkasmus, ein Meilenstein in der TV-Film-Geschichte … vielen herzlichen Dank.


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