Nebenbei
bemerkt:
In den ersten der fünf Staffeln sind keine Schwarzen in den Filmen zu sehen.
Weder als Nebenfiguren – und auch nicht als Komparsen. Später tauchen sie
in als schwule Saunabesucher auf. Asiaten und Hispanics jedoch huschen als Komparsen
über den Bildschirm.
Kurz gesagt ist die Serie als von mittelschichtigen Dienstleistern (Kellnern,
Köchen, Buchhaltern, Supermarktleitern, Werbefachmännern, etc.) geprägt.
Der Hauptdarsteller Brian ist nach dem Teufel Mephisto in Goethes „Faust“
geschaffen („Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn
alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht; / Drum besser wär’s daß
nichts entstünde.“).
Mit seinem NEIN-Sagen schafft Brian jedoch aber eine bessere Welt – voller selbstbewussten
Individualisten, die durch das Feuer seiner "Aufklärung" gehärtet
wurden.
Gleichzeitig ist Brian ein Dorian Gray, ein besonders wunderschöner Mann
(nicht nur vom Körper, sondern auch von Charakter und Geist her), der Mann und
Frau in seinen besonderen sexuellen Bann lockt. Er ist ein Liebes-Medium,
an dem sich die anderen Menschen verzehren, verbrennen … und das nicht
fassen können.
Zwei monotheistischen Religionen werden in den Episoden gestreift.
Das
Judentum sehr positiv. Die beiden Kinder der beiden Lesben, gezeugt
von katholischen schwulen Männern, werden vom jüdischem Ritus zu Juden gemacht.
Eine schwule Hochzeit wird in Kanada unter Klängen einer orthodox-jüdischen
Kapelle dargeboten.
Die Katholische Kirche wird als Verein der Hetero-Dumpfback(inn)en gezeigt –
mit schwulen Priestern, die sich in Schwulen-Saunen bumsen lassen.
US-protestantische Sekten ("Kirchen") werden als dämliche und
homophobe Quasi-Nazi-Partei präsentiert.
Juden
gut, Christen dumpf? Ein wenig differenzierter, bitte. Beide haben ihre
Schandtaten in der Geschichte … und mehr als das …
Aber
… meine Kritiken kann ich auch an Shakespeare-Dramen anlegen … Insofern… „Queer
as Folk“ ist erfrischend, ehrlich, klug konstruiert, witzig, mit schöner
Ironie, mit beißendem Sarkasmus, ein Meilenstein in der TV-Film-Geschichte …
vielen herzlichen Dank.
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