Freitag, 15. Juli 2016

14.07.2016 - Misshandlung

"Die Odenwaldschule war sakrosankt, weil sie den alten pädagogischen Traum des Lernens in Freiheit verknüpft mit dem Leben in Gemeinschaft zu verwirklichen schien. Aber das heißt auch, dass niemand auf den Gedanken kam, es könnte Täter und Opfer geben. Im Paradies gibt es keine Schande“, analysiert Oelkers. 

Bedrückend sind die Aussagen der Opfer, die der Autor zusammengetragen hat, und Beckers Virtuosität, bei Elternbeschwerden über körperliche Misshandlungen an ihren Kindern, die „sadistische Züge“ trügen, den Opfern selbst die Schuld in die Schuhe zu schieben.(...) 

Aberwitzig ist auch, dass ausgerechnet Becker die hochgradig ideologieanfällige pädagogische Debatte in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in den neunziger Jahren wesentlich mitbestimmt hat und dreißig Jahre lang auf jedem Kirchentag auftrat, sogar Mitglied im Präsidium war. 

Schon beim Stuttgarter Kirchentag im Juli 1969 war Becker als Podiumsteilnehmer mit Hartmut von Hentig und Günter Grass zugegen, moderiert von Hellmut Becker ausgerechnet zum Thema „Aggression als individuelle und gesellschaftliche Tat“

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen