Montag, 28. November 2016

27.11.2016 - Revolutionskitsch

Kuba ist eine widerliche kommunistische Militär-Diktatur, angeführt vom Castro-Clan und der militärischen und sozialistische Mafia ... Kampf gegen diese unmenschliche Diktatur ... Fidel Castro, der Schlächter von Havanna, ist tot - nach Stalin, Tito, Mao der letzte der blutrünstigen sozialistische Menschenschlächter - auch wenn seine sozialistischen Fans das mit Salsa und Zigarrenromantik überpinseln wollten. Er ließ politische Gegner und Schwule verfolgen, einkerkern und erschiessen / ermorden ... das war sein "Sozialismus", den deutschen Linken und Sozis heute beklatschen ... einfach widerlich.

 "Man hat errechnet, dass kaum ein lebender Mensch, und jedenfalls kein historischer Staatsmann, jemals einen solch betäubenden Schwall gesprochener Worte über seine Subjekte ausgegossen hat. Tausende, vielleicht Zehntausende öffentlicher Reden, die minimal zwei und maximal zwölf Stunden dauerten und stets Züge einer Performance trugen, dazu eine Unzahl auf ihn zugeschnittener Fernsehdiskussionen, Pressekonferenzen oder Parteiversammlungen, waren keine folkloristische Spezialität eines begnadeten Alleindarstellers, sondern eine Herrschaftsmethode neuen Typs. Das rednerische Brio faschistischer Duces und lateinamerikanischer Caudillos kombinierte sich darin mit der organisierten Fröhlichkeit staatssozialistischer Massenaufmärsche und mit den exzessiv genutzten Methoden einer modernen Telekratie.
 

(...) Der Übergang zum Sozialismus war für den radikalen Nationalisten Castro, mehr noch als für alle übrigen linksrevolutionären Führer des 20. Jahrhunderts, vor allem ein Mittel zur Akkumulation von Macht durch die Konzentration aller menschlichen und materiellen Ressourcen seines Landes in den Händen eines völlig auf ihn zugeschnittenen Partei- und Staatsapparats. Als er im Dezember 1961 in einem sorgsam inszenierten, live übertragenen Auftritt seinem Volk eröffnete, dass er inzwischen ein überzeugter Marxist-Leninist geworden sei, identifizierte er seinen idealtypisch nachkonstruierten Bildungsroman unmittelbar mit dem Schicksal des Landes."

Der Revolutionskitsch rund um Castro und seinen Paladin Che Guevara übertönte von Beginn an alle offensichtlichen Verbrechen: die Hinrichtungen, die Folterungen und Inhaftierung engster Weggefährten wie Huber Matos. Die Demütigung von Intellektuellen wie Heberto Padilla, die Kampagnen gegen Systemkritiker und Schwule, die grassierende Armut und Unfreiheit, die Hunderttausende Kubaner ins Exil trieben – all das blieb im Westen nicht haften an diesem charismatischen Führer.
 

Die schwer angeschlagene Linke des Westens - vor allem die deutschen Kaschmirlinken - benötigte damals dringend einen „Máximo Líder“. Stalins millionenfache Morde waren nicht mehr zu leugnen; in Budapest hatten sowjetische Panzer gewütet. Da kam dieser grinsende Hüne von seiner tropischen Zuckerrohrinsel gerade recht. Castro hat von Anfang an begriffen, dass dieses Image als exotischer Revoluzzer seine Rettung war.
 

Sein ganzes Leben lang hat er sich in den Posen des Dschungelkämpfers wiederholt, der mit dem Arm durchs Gestrüpp die Richtung zum Sieg weist. Beim ersten Staatsbesuch in der Sowjetunion genießt er sichtlich den Moment, wie er sich vor dem verdutzten Chruschtschow eine phallische Riesenzigarre anzündet. Die Botschaft: Seht her, Revolution kann so sexy sein!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen