Es war einmal ein amerikanischer Traum. Man könnte
ihn auch eine Verheißung nennen. Jeder Mensch ist seines Glückes
eigener Schmied, er ist frei geboren, besitzt unveräußerliche Rechte,
kann die „alte Welt“ hinter sich lassen und erhält in der „neuen Welt“
eine zweite Chance.
Eines der Gründungsdokumente der Vereinigten
Staaten, die Unabhängigkeitserklärung von 1776, leitet aus der
biblischen Schöpfungsgeschichte das Recht auf Selbstverwirklichung ab –
auf Leben, Freiheit und das Streben nach
Glück. Eine Regierung, die dagegen verstößt, darf gestürzt werden. (...)
Die amerikanische Demokratie ist stark genug, sogar einen Präsidenten
wie Donald Trump zu verkraften. Es gibt sie, die „checks and balances“,
die dessen Macht einhegen. Der Kongress muss den Haushalt verabschieden
und Kriege beschließen.
Das Oberste Gericht wacht über die Verfassung.
Und das Amt selbst hat bislang noch jeden seiner Inhaber diszipliniert.
Doch durch die Polarisierung der politischen Klasse und die
Kompromissunfähigkeit des Kongresses sahen sich zuletzt die Präsidenten
George W. Bush und Barack Obama gezwungen, ihre Befugnisse sehr
umfassend auszulegen.
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