Mittwoch, 2. November 2016

02.11.2016 - Donizetti


Diese Inszenierung habe ich jetzt dreimal gesehen – wahrlich -
ein wunderbares  Opernfest... das ist europäische-italienische-deutsche Kultur, für die ich sehr gern kämpfe – auch mit Waffen...

L'elisir d'amore - Gaetano Donizetti - 2005

"Interpreten"
Adina - Anna Netrebko
Nemorino - Rolando Villazón
Belcore - Leo Nucci
Dulcamara - Ildebrando D' Arcangelo
Giannetta - Inna Los
Trumpet Player - Konrad Monsberger
Dulcamara's Servant - Michael Burggasser

"Musik"
Orchester der Wiener Staatsoper
Chor der Wiener Staatsoper
Bühnenorchester der Wiener Staatsoper
Ditigent Alfred Eschwé
Inszenierung Otto Schenk

"L'Elisir d' Amore"

Nie zuvor waren die beiden Superstars Anna Netrebko und Rolando Villazón gemeinsam auf einer Opernbühne Europas zu erleben, aber im April 2005 hatte das Warten der Opernfans ein Ende: Anna Netrebko und Rolando Villazón triumphierten in Donizettis hinreißender Liebeskomödie "Der Liebestrank", gefeiert mit Standing Ovations. Das Publikum der Wiener Staatsoper erlebte eine absolute Sternstunde, und gleich am nächsten Tag konstatierte auch die Presse wie aus einem Munde: Ein neues Traumpaar der Oper ist geboren! 

Anna Netrebko, "eine strahlend schöne Adina voll kühlem Charme und Liebreiz, zeigt ihre makellos schöne, perfekt geführte Sopranstimme. Ihre Höhe ist edel, die Koloraturen funkeln". Rolando Villazón "legt verführerische Tenorsüße und Schwerblütigkeit in die Partie des Nemorino". Nach Nemorinos berühmter Arie "Una furtiva lagrima" jubelte das Publikum so begeistert los, dass Rolando Villazón das Stück gleich noch einmal singen musste, eine absolute Rarität an der Wiener Staatsoper
...

Bemerkungen
Das Besondere an diesem Mitschnitt aus dem Jahre 2005 ist, dass das "Operntraumpaar" des beginnenden 21. Jahrhunderts in einer ganz normalen Repertoirevorstellung von Donizettis "Liebestrank" an der Wiener Staatsoper zu erleben ist. Das heißt: keine medial ge-hypte Neuinszenierung mit dem Versuch neuer Sichtweisen, sondern italienische Spieloper pur in der Inszenierung Otto Schenks in Bildern von Jürgen Rose aus dem Jahr 1980. 
Der komödiantisch-naturalistische Zugang Schenks zum "Liebestrank" ist einer neuen Regiegeneration möglicherweise suspekt, bietet aber in diesem Fall ein optimales Vehikel, das den Künstler(inne)n ausreichend Möglichkeiten und Raum zur Entfaltung bietet. Und den nutzen sie - (nach ein paar Stellproben) mit hinreißendem Improvisationstalent. 

Star des Abends ist unzweifelhaft Rolando Villazón, der nicht nur betörend singt, sondern auch ein veritables komisches Talent hat, das man in seinen vielen tragischen Rollen ja nie zu Gesicht bekommt. Treuherzig, clownesk und schmachtend - Villazón zeigt uns, wie viele Facetten in diesem Nemorino stecken können. Seine kongeniale Partnerin ist Anna Netrebko mit geschmeidiger und unangestrengter Gesangslinie.
Welch‘ eine herrliche DVD. 
Sänger, die erstklassig sind und eine Aufführung, die nicht durch die kranke Phantasie und Gedanken-Onanie-Versuche auf Bühne eines Regisseurs verunstaltet wurde. Da stimmt einfach alles. Es ist in der heutigen Zeit geradezu ein Wunder, dass einem eine solch schöne werkgetreue Aufführung gegönnt wird.

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