Dienstag, 17. Mai 2016

17.05.2016 - Tolerant und ...

TAGESSPIEGEL heute: 

"Toleranz tut (...) weh. Sie verlangt, Fremdes auszuhalten, aber vor allem das als fremd Empfundene. 

Der Begriff stammt von dem lateinischen Wort „tolerare“ und meint das Erdulden und Ertragen von Andersartigkeit. 

Tolerant kann eigentlich nur sein, wer ein Problem hat mit dem, was andere tun. Das zum Beispiel ist tolerant: Thilo Sarrazins Thesen ablehnen – und sich trotzdem mit ihnen auseinandersetzen. Den Islam als rückständig kritisieren – und Muslimen trotzdem das Recht auf freie Religionsausübung gewähren, inklusive Minarettbauten und Muezzinrufen. Holocaustleugnung widerlich finden – und sie trotzdem nicht verbieten. 

Für das Recht auf körperliche Unversehrtheit eintreten – und bei religiös begründeten Beschneidungen von Jungen eine Ausnahme machen. 

Frauenfeindlichkeit und Homophobie verdammen – und der Katholischen Kirche trotzdem nicht das Recht auf Verbreitung ihrer Lehre bestreiten. Die Weigerung einiger muslimischer Männer, Frauen zur Begrüßung die Hand zu geben, nicht als eindeutigen Beweis ihrer Integrationsunfähigkeit werten." 

Und eine Politik und einen Journalismus der deutschen Gouvernanten widerlich und undemokratisch zu finden, und trotzdem keine Revolution zu machen ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen