Sonntag, 31. Januar 2016

30.01.2016 - Liberal

Der liberale Philosoph Peter Sloterdijk hat mit scharfen Worten mit der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin abgerechnet. Die sieben spannendsten Aussagen von Sloterdijk:

1. Sloterdijk erwartet, dass Merkel ihre Flüchtlingspolitik ändert. "Die Politik der offenen Grenzen kann final nicht gut gehen. Merkel wird zurückrudern."

2. Die deutsche Regierung habe sich "in einem Akt des Souveränitätsverzichts der Überrollung preisgegeben. Diese Abdankung geht Tag und Nacht weiter."

3. In Deutschland herrsche ein überholtes Verständnis von Grenzen. Man glaube immer noch, „eine Grenze sei nur dazu da, um sie zu überschreiten“. Innerhalb Europas schere Deutschland damit aus.

4. Sloterdijk erwartet, dass die Europäer früher oder später eine effiziente gemeinsame Grenzpolitik entwickeln werden. "Es gibt schließlich keine moralische Pflicht zur Selbstzerstörung."

5. Dem Nationalstaat prophezeit Sloterdijk „ein langes Leben“. Er sei das einzige politische Großgebilde, das bis zur Stunde halbwegs funktioniere. „Als lockerer Bund hat die EU mehr Zukunft, als wenn sie auf Verdichtung setzt.“

6. Migration sei das Megathema des 21. Jahrhunderts, sagte Sloterdijk: "Zwei Milliarden Menschen werden von ländlichen Gebieten in die urbanen Ballungsräume ziehen, eine Milliarde Menschen werden versuchen, aus den Armutszonen in den Wohlstandsraum zu gelangen."

7. Kritik übt der Philosoph auch am Zustand der Medien wie der Politik im allgemeinen. „Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr.“ Im Journalismus trete die „Verwahrlosung“ und die „zügellose Parteinahme allzu deutlich hervor“. Das Bemühen um Neutralität sei gering, „die angestellten Meinungsäußerer werden für Sich-Gehen-Lassen bezahlt, und sie nehmen den Job an.“

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