In der Serie „The Young Pope“ spielt Jude Law einen Pontifex, der nur an
sich selbst glaubt. Er führt die Kirche an den Abgrund. Mit solchen Figuren
kennt sich der italienische Regisseur Paolo Sorrentino aus.
Der Regisseur Sorrentino hätte das
Papsttum in dieser Koproduktion von HBO und Canal+ nach Borgia-Manier
demontieren können, aber so einfach macht er es sich nicht. Bei ihm schleicht
sich das vatikanische Grauen aus der leeren Mitte in jede Szene: Denn der
US-Amerikaner Lenny Belardo alias Pius XIII., dessen nackten Idealkörper wir
sehen, wenn der Papst sich morgens vor dem Spiegel ankleidet, ist ein Gefäß des
Nichts - nichts ist bedrohlicher, weil es das ganze Reich der Zeichen um ihn
herum implodieren lässt.
Wie bei vielen katholischen Priester,
deren "Ich" keine Persönlichkeit entwickeln lässt ... nur eine Leere,
ein Nichts ... sie kennen nicht den Satz "Ich bin, aber ich habe mich
nicht - deshalb werden wir erst". Sie kennen die Seele der Kirche nicht
... deshalb kreuzigen sie jeden Tag die Menschlichkeit - vor aller Augen.
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