Montag, 10. Oktober 2016
10.10.2016 - Urdeutsch
Die AfM (Alternative für Merkel)
ist weitaus größer als die AfD. Wer die gegenwärtige Regierungschefin
für ein Verhängnis hält, hat mit Pegida und Petry noch lange nichts am
Hut. Es gibt zwischen den Apologeten der Merkel-Regierung und den
AfD-Anhängern ein drittes Milieu. Es wird von den etablierten Parteien
(zumal außerhalb Bayerns, wo Seehofer bellt, nur nie beißt) so wenig
repräsentiert wie von der AfD. Dieses wachsende, bürgerliche, zwischen
liberal und konservativ schillernde Milieu, ist fast so etwas wie die
dunkle Materie im deutschen Kosmos. Unsichtbar und doch vorhanden. Viele
dieser Bürger (ein entwertetes Wort – sind doch jetzt alle nur noch
Menschen) leihen ihre Stimme der AfD, schweigend und mit flauem Gefühl
oder aus Wut, die wenigsten aus Überzeugung. Bei weitem aber nicht alle
tun es. Kein Meinungsforscher kann uns sagen, wie viele ehemalige Wähler
der CDU, SPD, auch der Grünen, nicht AfD, sondern gar nicht mehr
gewählt haben. Die Abnahme der Nichtwähler wird zwar der AfD als Erfolg
angerechnet. Aber es geht nicht nur um die Summe viel umfangreicherer,
komplexerer Wählerwanderungen. Das dritte Milieu – die dunkle Materie –
wächst, fühlt sich politisch heimatlos und sprachlos. Der AfD fehlen
Persönlichkeiten aus den akzeptierten Eliten, mit dem sich
liberal-konservative Nichtwähler identifizieren könnten. Die Sprache
dieser Partei stößt ebenso ab wie ihr rechter Nationalismus. Es stößt
aber auch Merkels urdeutsche Gesinnungsethik ab. Ist das etwa kein
Nationalismus? Die Kanzlerin hat Europa mehr geschadet als das völkische
Geschwätz der Rechten.
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