Samstag, 8. Oktober 2016

08.10.2016 - Wohl



Das ist so eine Sache - mit der Revolution.

Es gab ja auch Sozialrevolutionäre,  aus deren Gedanken die katholische Sozialbewegung entstand – oder auch die Sozialdemokratische Partei.

Das hat nicht nichts zu tun, aber überhaupt nichts mit den wirren Gedanken des Unternehmer-Sohnes aus Wuppertal– oder den wirren Gedankengängen
des Rabbi-Sohnes aus Trier.

In deren Gedanken war grundsätzlich die Unmenschlichkeit vorhanden – Erschießungen von Andersdenkenden – millionenfach. Sklaven-Arbeit bis zum Tod. Nach dem Motto: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen … etc. Behinderte und alte Menschen sind im Kommunismus nicht wichtig.

Diese Unmenschlichkeiten umgesetzt in die Tat - nach der russischen Revolution - siehe die Taten der  Massenmörder Lenin, Trotzki, Stalin – und auch die Mao-Kultur-Revolution.

Rudi Dutschke nannte diese “Revolutionen” -  die asiatische Variation des Kommunismus.

Für mich war seit dem fünften Lebensjahr deutlich – mit dem spießigen Kommunismus meiner Eltern geht es nicht weiter.

Ich ging Sonntag für Sontag für die 65-jährige 1.Weltkrieg-Witwe Berta Franz in den lutherischen Gottesdienst in meine Taufkirche “Marienkirche zu Grimmen”.
Später dann mit meiner Schwester in den Kindergarten – und nebenbei war ich glühender Junger Ponier.

Auch in den Flüchtlingsheimen in Freistett/Baden und Weinsberg/Württemberg pilgerte ich in jeden Gottesdienst.
Ich hatte etwas für mich allein, was meine Eltern nicht hatten.

Meine Kirche schickte mich sogar in den Lago Maggiore – ins Kinderheim – zur Erholung  - vom Kommunismus.

Auch im Künzelsauer Internat war ich eifriger Gottesdienst-Besucher (mittwochs und sonntags – im Wechsel in die katholische und evangelische Kirche) – Mitglied beim  CVJM – Mitglied der evangelischen Theatertruppe -ein kleiner Mitorganisator des evangelischen Kirchentags in Stuttgart 1969.

Das war es dann auch mit der Kirche ... Verweigerung des Wehrdienstes ... Mitglied der SPD ... und Austritt der Kirche.

Mit der Erkenntnis:

Für den Dienst als Jesuit in meiner geliebten katholische Kirche (die ich jeden zweiten Sonntag besuchte) war ich nicht geeignet.

Ich hatte den Sex für mich entdeckt – den fand ihn gut, erfrischend und erlebenswert - und ich wollte meine Kirche nicht anlügen. Als Priester und Jesuit.

Schlichte Überlegung:
Die rotlackierten Nazis, die ekelhaften Spießer in der SPD, wollte ich zu richtigen Sozialisten machen – falsch gedacht.

Als die Stamokap-Kommunisten in die SPD einsickerten, bin ich ausgetreten.

Meiner Vater war als SED-Kommunist gescheitert, ich war als Sozialist gescheitert – und als journalistischer Kapitalist auch.

Wie meine großen Vorbilder, die “Alt-Kommunisten” und von Kommunisten gejagten ehrliche Menschen:

Arthur Koestler (Buch: “Die Sonnenfinsternis”) und Margarete Buber-Neumann (Buch: “Als Gefangene bei Stalin und Hitler. Eine Welt im Dunkel.”)

Ich fühlte und fühle mich wohl … nach dem alten Wolf-Biermann-Motto:
“Wie nah sind uns manche, die tot sind, und wie tot sind uns manche, die leben.“

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