Das ist so eine Sache - mit der Revolution.
Es gab ja auch Sozialrevolutionäre,
aus deren Gedanken die katholische Sozialbewegung entstand – oder auch die
Sozialdemokratische Partei.
Das hat nicht nichts zu tun, aber
überhaupt nichts mit den wirren Gedanken des Unternehmer-Sohnes aus Wuppertal–
oder den wirren Gedankengängen
des Rabbi-Sohnes aus Trier.
In deren Gedanken war grundsätzlich die
Unmenschlichkeit vorhanden – Erschießungen von Andersdenkenden – millionenfach.
Sklaven-Arbeit bis zum Tod. Nach dem Motto: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht
essen … etc. Behinderte und alte Menschen sind im Kommunismus nicht wichtig.
Diese Unmenschlichkeiten umgesetzt in die
Tat - nach der russischen Revolution - siehe die Taten der Massenmörder
Lenin, Trotzki, Stalin – und auch die Mao-Kultur-Revolution.
Rudi Dutschke nannte diese “Revolutionen”
- die asiatische Variation des Kommunismus.
Für mich war seit dem fünften Lebensjahr
deutlich – mit dem spießigen Kommunismus meiner Eltern geht es nicht weiter.
Ich ging Sonntag für Sontag für die 65-jährige
1.Weltkrieg-Witwe Berta Franz in den lutherischen Gottesdienst in meine
Taufkirche “Marienkirche zu Grimmen”.
Später dann mit meiner Schwester in den
Kindergarten – und nebenbei war ich glühender Junger Ponier.
Auch in den Flüchtlingsheimen in
Freistett/Baden und Weinsberg/Württemberg pilgerte ich in jeden Gottesdienst.
Ich hatte etwas für mich allein, was meine
Eltern nicht hatten.
Meine Kirche schickte mich sogar in den
Lago Maggiore – ins Kinderheim – zur Erholung - vom Kommunismus.
Auch im Künzelsauer Internat war ich
eifriger Gottesdienst-Besucher (mittwochs und sonntags – im Wechsel in die katholische
und evangelische Kirche) – Mitglied beim CVJM – Mitglied der
evangelischen Theatertruppe -ein kleiner Mitorganisator des evangelischen Kirchentags
in Stuttgart 1969.
Das war es dann auch mit der Kirche ...
Verweigerung des Wehrdienstes ... Mitglied der SPD ... und Austritt der Kirche.
Mit der Erkenntnis:
Für den Dienst als Jesuit in meiner
geliebten katholische Kirche (die ich jeden zweiten Sonntag besuchte) war ich
nicht geeignet.
Ich hatte den Sex für mich entdeckt – den
fand ihn gut, erfrischend und erlebenswert - und ich wollte meine Kirche nicht
anlügen. Als Priester und Jesuit.
Schlichte Überlegung:
Die rotlackierten Nazis, die ekelhaften
Spießer in der SPD, wollte ich zu richtigen Sozialisten machen – falsch
gedacht.
Als die Stamokap-Kommunisten in die SPD
einsickerten, bin ich ausgetreten.
Meiner Vater war als SED-Kommunist
gescheitert, ich war als Sozialist gescheitert – und als journalistischer Kapitalist
auch.
Wie meine großen Vorbilder, die
“Alt-Kommunisten” und von Kommunisten gejagten ehrliche Menschen:
Arthur Koestler (Buch: “Die
Sonnenfinsternis”) und Margarete Buber-Neumann (Buch: “Als Gefangene bei Stalin
und Hitler. Eine Welt im Dunkel.”)
Ich fühlte und fühle mich wohl … nach dem
alten Wolf-Biermann-Motto:
“Wie nah sind uns manche, die
tot sind, und wie tot sind uns manche, die leben.“
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