Lieber Jürgen,
es war ein wunderschöner Abend, den heute "der Grüne und der
Schwarze" (siehe Bild) zusammen in Künzelsau verbracht haben. Dabei ging
es natürlich auch - neben vielen anderen Themen - um die gute alte Zeit bei
Radio Regional mit Dir. Daher haben wir beschlossen, dich mit diesem Bild ganz
herzlich zu grüßen. Deine Ex Praktikanten Matthias und Wolfram
Das ist aber
sehr schön, vielen Dank für die Grüße – und Euer Lachen zeigt mir, dass
Ihr besser
seid als die neue Stuttgarter Koalition aus Grünschwarz ...
lieber
Wolfram, lieber Matthias ... und Ihr habt ja auch keine gemeinen Liebhaberinnen
... vielen Dank
für die lieben Zeilen und das Bild.
Ich will
ja jetzt kein Wutrentner sein, aber es ist Nacht – und lese und schau ins
Internet ... aber diese derzeitige deutsche Politik der Union
und ihre Vorsitzende, die FDJ-Sekretärin a. D. und Alternativlos-Schwätzerin
aus dem evangelischen Pfarrershauses des roten
Kasners, finde ich widerlich ... Sie ist ein grandiose Zumutung für
Deutschland.
Wir sind
wieder so weit: die anderen Ländern in Europa sollen am deutsche Wesen genesen
- auch wenn
sie nicht wollen...
Wenn ich
täglich meine 9 Kilometer walke – dann ordnen sich meine wirren Gedanken, manchmal
wünsche ich mir, nochmal 18 oder 20 sein... nicht um Bomben zu werfen, sondern um
kraftvoll gegen diese Spießer- oder auch Biedermeier-Gesellschaft protestieren,
gegen einen Staates zu kämpfen,
das nach DDR-light schmeckt.
Aber dann
lehne ich mich wieder zurück, und sage mir – so wie Thomas Mann in seinen
Erzählungen das Deutschland des Fin de siècle beschreibt – so ist unsere Zeit
ebenfalls.
Reich,
hedonistisch, dekadent, pervers (zum Tiere-Ficken nach Dänemark, dort ist es
nicht verboten, die Bauern vermieten
ihre Tiere an die Touris – siehe WELT oben) ...
Siehe auch
Thomas Manns Erzählungen – zum Beispiel “Tonio Kröger”, “Der Tod in
Venedig”,”Der kleine Herr Friedemann”, etc..
Ein
Produkt dieser lauwarmen Sphäre des Fin de siècle um 1900 – lese ich zum
dritten Mal in meinem Leben – Arthur Koestler “Sonnenfinsternis”.
Sehr, sehr
empfehlenswert. Ein Gespräch zwischen zwei Männern, Revolutionäre, die den
Menschen ihren Himmel auf Erden aufbereiten wollen ... mit der Notwendigkeit des
Erschießens von Nicht-Einsichtigen ... wie einst auch die Christen – als sie
zur Staatsreligion in Rom / Byzanz wurden.
Aber jede
Generationen müssen offenbar ihre Erfahrungen machen – ich habe bei meinen
Vorfahren nachgeschaut bis um
1620 ... da war es ähnlich ... alle 30 bis 50 oder 70 Jahre gnadenlose Kriege
... manchmal denke ich, um es mit Ernst Jünger zu sagen,
Krieg ist kein Unglück , sondern ein Naturereignis – und wir
Menschen sind die natürlichen Mit-Erzeuger dieser Katastrophen – die
Katastrophen für uns Menschen.
Man kann
nichts, aber auch gar nichts dagegen machen, das sind heftige Stürme, Erdbeben,
Gewitter – oder um es anders zu formulieren – ich habe mir auch nicht aussuchen
können, aus welchem Loch ich bei meiner Geburt rauskrieche ... siehe Kurt
Tucholsky.
Eben –
Natur pur.
Siehe auch
die deutschen Ökos bei der SS von Heinrich Himmler – der in fast allen KZ
Kräuter-Gärtlein anlegen ließ. Wozu eigentlich??? Nur weil er Mörder war - und
ein gesunde,
stramme und sportliebende SS-Soldaten wollte – blond, blöd, blauäugig. Dabei
kommen ja die echten Arier aus Persien!!!
Meine
Mutter, die als 15-Jährige nach Berlin kam, um eine Lehre zu machen (weil sie
in der Nazi-Provinz wegen ihrer nicht ganz arischen Mutter keine Lehrplatz
bekam), dann einen Berufssoldat heiratete (der sie damit schütze im
einigermaßen “liberalen” Berlin) - und 1944 als 23-jährige Kriegerwitwe vor den Bomben aus Berlin
floh ... meine Mutter sagte mir immer wieder: in Berlin
haben SS-Ehefrauen und SS-Witwen in den Reformhäuser eingekauft – in kleinen
Massen, die blonden deutschen Frauen mit dem strengen Blick - mit
Dutt, Röcken über dem Knie, ohne
Schminke, ohne Seiden(Nylon-)strümpfen und flachen Schuhen.
Als ich
1985 in Paris bei französischen Freunden (damals begeistert von Mitterand) war,
da erzählten die mit großen und erschreckten Augen von deutschen Aupair-Mädchen
– jene Mädchen,
die mit dem Dutt oder Zöpfen, Röcken über dem Knie, ohne BH, ohne Schminke,
ohne Seiden(Nylon-)strümpfen und flachen Schuhen.
Und die
Franzosen lachten sich fast tot - über diese
Wiederkehr der (grünen) deutschen Nazi-Mädchen.
OK – so
warte ich ruhig ab, bis die blutigen Bürgerkriege aus Nahost und Afrika zu uns
überschwappen. Aus den Gebieten, die einst zum
(für mich wunderbarem) Römischen Reich gehörten – eine der Quellen unserer
europäischen Kultur. Alles hat ihre Zeit - zum
Untergang.
Gute Nacht
– und eine erlebensreiche Zeit.
Viele
Grüße Jürgen – und Danke nochmals... für Bild und Worte.
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