Samstag, 30. April 2016

30.04.2016 - Schminke

Lieber Jürgen, es war ein wunderschöner Abend, den heute "der Grüne und der Schwarze" (siehe Bild) zusammen in Künzelsau verbracht haben. Dabei ging es natürlich auch - neben vielen anderen Themen - um die gute alte Zeit bei Radio Regional mit Dir. Daher haben wir beschlossen, dich mit diesem Bild ganz herzlich zu grüßen. Deine Ex Praktikanten Matthias und Wolfram

Das ist aber sehr schön, vielen Dank für die Grüße  – und Euer Lachen zeigt mir, dass

Ihr besser seid als die neue Stuttgarter Koalition aus Grünschwarz ...

lieber Wolfram, lieber Matthias ... und Ihr habt ja auch keine gemeinen Liebhaberinnen ... vielen Dank für die lieben Zeilen und das Bild. 

Ich will ja jetzt kein Wutrentner sein, aber es ist Nacht – und lese und schau ins Internet ... aber diese derzeitige deutsche Politik der Union und ihre Vorsitzende, die FDJ-Sekretärin a. D. und Alternativlos-Schwätzerin aus dem evangelischen Pfarrershauses des roten Kasners, finde ich widerlich ... Sie ist ein grandiose Zumutung für Deutschland.

Wir sind wieder so weit: die anderen Ländern in Europa sollen am deutsche Wesen genesen - auch wenn sie nicht wollen...

Wenn ich täglich meine 9 Kilometer walke – dann ordnen sich meine wirren Gedanken, manchmal wünsche ich mir, nochmal 18 oder 20 sein... nicht um Bomben zu werfen, sondern um kraftvoll gegen diese Spießer- oder auch Biedermeier-Gesellschaft protestieren, gegen einen Staates zu kämpfen, das nach DDR-light schmeckt.

Aber dann lehne ich mich wieder zurück, und sage mir – so wie Thomas Mann in seinen Erzählungen das Deutschland des Fin de siècle beschreibt – so ist unsere Zeit ebenfalls.

Reich, hedonistisch, dekadent, pervers (zum Tiere-Ficken nach Dänemark, dort ist es nicht verboten, die Bauern vermieten ihre Tiere an die Touris – siehe WELT oben) ...

Siehe auch Thomas Manns Erzählungen – zum Beispiel “Tonio Kröger”, “Der Tod in Venedig”,”Der kleine Herr Friedemann”, etc..

Ein Produkt dieser lauwarmen Sphäre des Fin de siècle um 1900  – lese ich zum dritten Mal in meinem Leben – Arthur Koestler “Sonnenfinsternis”.

Sehr, sehr empfehlenswert. Ein Gespräch zwischen zwei Männern, Revolutionäre, die den Menschen ihren Himmel auf Erden aufbereiten wollen ... mit der Notwendigkeit des Erschießens von Nicht-Einsichtigen ... wie einst auch die Christen – als sie zur Staatsreligion in Rom / Byzanz wurden.

Aber jede Generationen müssen offenbar ihre Erfahrungen machen – ich habe bei meinen Vorfahren nachgeschaut bis um 1620 ... da war es ähnlich ... alle 30 bis 50 oder 70 Jahre gnadenlose Kriege ... manchmal denke ich, um es mit Ernst Jünger zu sagen, Krieg ist kein Unglück , sondern ein Naturereignis – und wir Menschen sind die natürlichen Mit-Erzeuger dieser Katastrophen – die Katastrophen für uns Menschen.

Man kann nichts, aber auch gar nichts dagegen machen, das sind heftige Stürme, Erdbeben, Gewitter  – oder um es anders zu formulieren – ich habe mir auch nicht aussuchen können,  aus welchem Loch ich bei meiner Geburt rauskrieche ... siehe Kurt Tucholsky.

Eben – Natur pur.

Siehe auch die deutschen Ökos bei der SS von Heinrich Himmler – der in fast allen KZ Kräuter-Gärtlein anlegen ließ. Wozu eigentlich??? Nur weil er Mörder war - und ein gesunde, stramme und sportliebende SS-Soldaten wollte – blond, blöd, blauäugig. Dabei kommen ja die echten Arier aus Persien!!!

Meine Mutter, die als 15-Jährige nach Berlin kam, um eine Lehre zu machen (weil sie in der Nazi-Provinz wegen ihrer nicht ganz arischen Mutter keine Lehrplatz bekam), dann einen Berufssoldat heiratete (der sie damit schütze im einigermaßen “liberalen” Berlin) -  und  1944 als 23-jährige Kriegerwitwe vor den Bomben aus Berlin floh ... meine Mutter sagte mir immer wieder: in Berlin haben SS-Ehefrauen und SS-Witwen in den Reformhäuser eingekauft – in kleinen Massen, die blonden deutschen Frauen mit dem strengen Blick -   mit Dutt, Röcken über dem Knie, ohne Schminke, ohne Seiden(Nylon-)strümpfen und flachen Schuhen.

Als ich 1985 in Paris bei französischen Freunden (damals begeistert von Mitterand) war, da erzählten die mit großen und erschreckten Augen von deutschen Aupair-Mädchen – jene Mädchen, die mit dem Dutt oder Zöpfen, Röcken über dem Knie, ohne BH, ohne Schminke, ohne Seiden(Nylon-)strümpfen und flachen Schuhen.

Und die Franzosen  lachten sich fast tot - über diese Wiederkehr der (grünen) deutschen Nazi-Mädchen.

OK – so warte ich ruhig ab, bis die blutigen Bürgerkriege aus Nahost und Afrika zu uns überschwappen. Aus den Gebieten, die einst zum (für mich wunderbarem) Römischen Reich gehörten – eine der Quellen unserer europäischen Kultur. Alles hat ihre Zeit - zum Untergang.

Gute Nacht – und eine erlebensreiche Zeit.
Viele Grüße Jürgen – und Danke nochmals... für Bild und Worte.

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