"Deutschland auf dem selben Weg wie die DDR": So rechnet die
"Welt" mit der Kanzlerin ab
The Huffington Post
von Christoph Lobel
Veröffentlicht: 28/10/2015 16:37
"Welt"-Autor Henryk M. Broder ist bekannt
für klare Kante: Ob er nun vor einer angeblichen Islamisierung warnt
oder auf dem Blog "Die Achse des Guten" gegen Angela
Merkel und ihre Flüchtlingspolitik argumentiert: Broder eckt an und sorgt für
Zündstoff.
Nun hat der streitbare Journalist gegen die
Bundeskanzlerin nachgelegt: In einem Kommentar für die
Tageszeitung "Die Welt" schlägt Broder eine Brücke zwischen Merkels
aktuellem Kurs in der Flüchtlingskrise und ihrer Herkunft aus der DDR.
Merkel, so Broder, regiere im Stil einer Feudalherrin.
Ihre Politik sei die späte Rache der DDR an der BRD.
Unter der Überschrift "Die späte Rache der
DDR" holte er zum ultimativen Rundumschlag aus: Merkels jetzt schon quasi
unsterblicher Satz "Wir schaffen das" erinnere ihn stark an die
Leitsprüche der DDR-Obrigkeit, mit denen der staatliche verordnete Sozialismus
gewürdigt wurde.
Auch in der DDR lief ja bekanntlich alles wie am
Schnürchen - zumindest auf dem Papier, ätzt er.
Arbeitslosigkeit, Fremdenhass und Kriminalität? Existierten nicht. Alle
Menschen waren glücklich. Alles passierte stets zum Wohle des Volkes. Denn:
"Wir packen das."
Ganz Deutschland frage sich laut Broder, wie Merkel
ihre Pläne, die sie in der Talk-Show von Anne
Will verkündet hatte, umsetzen möchte. Das Land
warte auf ein Zeichen der Kanzlerin.
Zitat Broder:
"Angela Merkel regiert im Stile eines Feudalfürsten, wozu auch die
Drohung gehört, sie werde dem Land, dem sie dienen wollte, adieu sagen, falls
das Volk ihr die Gefolgschaft verweigert. Dermaßen ausfällig zu werden, das hat
sich noch kein Kanzler der Bundesrepublik gewagt."
Die DDR, schreibt er weiter, hätte stets ein gestörtes
Verhältnis zur Wirklichkeit gehabt. Angela Merkel wurde
im selbsternannten Arbeiter- und Bauernstaat sozialisiert. Die Bundesrepublik
sei unter ihrer Kanzlerschaft auf dem gleichen Weg wie die DDR:
"Es sieht danach aus, als wäre die Bundesrepublik nun auf dem gleichen
Weg, auf dem die DDR in den Abgrund der Geschichte geschliddert ist. Die
Politik der Kanzlerin ist die späte Rache der DDR an der BRD. Das mag ihr nicht
bewusst sein, aber gerade das Unbewusste zeichnet sich durch besondere
Nachhaltigkeit und Zuverlässigkeit aus."
Die DDR sei in Folge der massenhaften Auswanderung
zusammengebrochen. Deutschland drohe nun unter der Last der ungebremsten
Einwanderung zu zerbrechen.
Kritik an Broders Rundumschlag ließ nicht lange auf
sich warten. Harsche Worte kamen von Spiegel-Journalist Cordt
Schnibben: Auf seiner Facebook-Seite schrieb er:
"Vollkommen irre geworden, diese "Welt", da die
"Bild" erfreuerlicherweise ausfällt als Pegida-Blatt, entwickelt sich
die "Welt" zum Zentralorgan jener besorgten Bürger, die sie täglich
mit Zukunftsangst und Hetzstoff herbei schreiben. Lieber Ulf Poschardt, ist das
eine neue Form von Liberalismus, die ihr da auslebt, oder bin ich einfach zu
blöd, um zu begreifen, was ihr da treibt?"
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