Donnerstag, 1. September 2016

01.09.2016 - STIMME?



"Bei manchem unbedarften Betrachter hat die Unfähigkeit zum Journalismus den immer noch so genannten Qualitätsmedien den Ruf der “Lügenpresse” eingebracht – doch das ist fast schon zu viel der Ehre. 

Denn es ist einfach nur die Unfähigkeit, einen Beruf zu erfüllen, der weit mehr ist als das Umschreiben von Pressebriefings und das Hinterherlaufen hinter angeblichen Trends, um so unter dem Diktat einer unerbittlichen Verlagsleitung die Verkaufszahlen in die Höhe zu treiben – und dabei immer mehr Leser zu verlieren, nur um den eigenen Arbeitsplatz zu erhalten. 

Es ist das fundamentale Missverständnis eines Berufs, der niemals als weltanschauliche Lehranstalt gedacht war, sondern das lesende statt schreibende Gegenüber befähigen wollte, sich selbst aus dem Angebot an Informationen und Denkanregungen ein eigenes Bild zu machen. 

Und es ist eine Symbiotik, die aus Berichterstattungsgegenstand und Berichtserstattungspflicht eine Kumpanei auf Gegenseitigkeit werden lässt, in der die Unterschiede zwischen Bericht und Propaganda nicht nur verschwimmen, sondern verschwinden."

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