Mittwoch, 21. September 2016

20.09.2016 - Verpflichtet



Journalisten sehen sich der Aufklärung verpflichtet, also der kritischen und rationalen Prüfung von Argumenten und Tatsachenbehauptungen. Dennoch obsiegt immer wieder die Neigung, Störendes und nicht Genehmes zu verdrängen oder zu zensieren.

Diskussion in der ZEIT-Redaktion - Argumente
 
"Wer die anderen als die ‘demokratischen’ Parteien ettiketiert, schließt die AfD aus. Wer einen Satz mit der ‘rechtspopulistischen AfD’ einleitet, vermittelt, dass eh egal sei, was jetzt folge.”
 
“Wer die AfD dämanonisiert, indem er sie mit Neonazis gleichsetzt, macht es nicht nur der AfD zu leicht, sondern auch sich selbst. Er drückt sich davor, im Konkreten nachzuweisen, wo die AfD Grenzen überschreitet.”
 
“AfD-Politiker werden zum Beispiel als ‘Rattenfänger’ (NDR) bezeichnet – womit man nicht nur die Politiker, sondern auch deren Anhänger beschimpft.”
 
“AfD-Politiker kalkulieren mit dem enormen emotionalen Aufruhr, den ihre Äußerungen provozieren. (Anmerkung: bewussten Provokationen, von denen man wieder zurückrudern kann.) Sie machen Politik über den Kampf um Begriffe. Gerade deshalb wäre es besser, inhaltlich, analytisch, faktenreich zu entgegnen.”
 
“Es gibt zwei AfD-Obsessionen. Die eine: Es wird über die AfD in einem Maß berichtet, als sei sie derzeit das wichtigste Thema der Welt. Die zweite: Es gibt eine Obsession der Ausgrenzung. Die Berichterstattung über die AfD wird als ‘Wir gegen die’ zelebriert. Ständig ist von ‘uns’ und ‘denen’ die Rede, als gäbe es keine Gemeinsamkeiten. So macht man die AfD dann tatsächlich zu jener Fundamentalopposition, die sie vorgibt zu sein.”
 
“Sprachliche Ausgrenzung wird die AfD jedenfalls nicht verschwinden lassen, sondern eher stärken.”

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