Journalisten sehen sich der Aufklärung
verpflichtet, also der kritischen und rationalen Prüfung von Argumenten und
Tatsachenbehauptungen. Dennoch obsiegt immer wieder die Neigung, Störendes und
nicht Genehmes zu verdrängen oder zu zensieren.
Diskussion in der ZEIT-Redaktion -
Argumente
"Wer die anderen als die ‘demokratischen’ Parteien ettiketiert, schließt
die AfD aus. Wer einen Satz mit der ‘rechtspopulistischen AfD’ einleitet,
vermittelt, dass eh egal sei, was jetzt folge.”
“Wer die AfD dämanonisiert, indem er sie mit Neonazis gleichsetzt, macht es
nicht nur der AfD zu leicht, sondern auch sich selbst. Er drückt sich davor, im
Konkreten nachzuweisen, wo die AfD Grenzen überschreitet.”
“AfD-Politiker werden zum Beispiel als
‘Rattenfänger’ (NDR) bezeichnet – womit man nicht nur die Politiker, sondern
auch deren Anhänger beschimpft.”
“AfD-Politiker kalkulieren mit dem enormen
emotionalen Aufruhr, den ihre Äußerungen provozieren. (Anmerkung: bewussten
Provokationen, von denen man wieder zurückrudern kann.) Sie machen Politik über
den Kampf um Begriffe. Gerade deshalb wäre es besser, inhaltlich, analytisch,
faktenreich zu entgegnen.”
“Es gibt zwei AfD-Obsessionen. Die eine: Es wird
über die AfD in einem Maß berichtet, als sei sie derzeit das wichtigste Thema
der Welt. Die zweite: Es gibt eine Obsession der Ausgrenzung. Die
Berichterstattung über die AfD wird als ‘Wir gegen die’ zelebriert. Ständig ist
von ‘uns’ und ‘denen’ die Rede, als gäbe es keine Gemeinsamkeiten. So macht man
die AfD dann tatsächlich zu jener Fundamentalopposition, die sie vorgibt zu
sein.”
“Sprachliche Ausgrenzung wird die AfD jedenfalls
nicht verschwinden lassen, sondern eher stärken.”
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