Samstag, 24. Dezember 2016

24.12.2016 - Christlich, in meiner Sicht



Weihnachten ist ja eigentlich nicht das höchste christliche Fest. Nebenbei gesagt.



Die Wurzeln dieses Festes sind im antiken Griechenland zu finden. Die Geschichte von der Jungfrau (Maria), die von einem Vogel (siehe Leda, etc.) vom Göttervater (Zeus) geschwängert, hat mit dem Christentum am Rande zu tun. Ein religiöser Werbegag für Griechen, die noch christianisiert werden sollen.



Später angereichert mit germanischen Riten – aus seiner Götterwelt.



Das Jungfrau-Sein der Gottesmutter ist insofern verständlich. Aber nicht zum christlichen Glauben gehörig. Die Trinität des christlichen Gottes ist für 99 Prozent der Menschen völlig unverständlich.



Und für die anderen (nicht christlichen) Menschen ebenfalls.



Ebenso gehört nicht zum christlichen Weihnachten der fressüchtige Coca-Cola-Weihnachtsmann oder der romantische deutsche Weihnachtsmarkt - das ist alles nur widerlicher und heidnischer Kommerz. Wer es so mag, der sollte sein Weihnachten auf dieser geistlichen Ebene feiern. Für mich ist das nur ein plumpes Volksfest - mehr nicht.



Ich glaube auch nicht, dass Jesus für uns Menschen am Kreuz gestorben ist - damit wir leben können. Diesen geistlichen und religiösen Absolutismus verstehe ich nicht - vor allem unter dem Aspekt unserer Religionsfreiheit.



Ich glaube auch nicht, dass Jesus und seine christlichen Nachfolger sowie seine Frommen in den Himmel aufgefahren sind – nach ihrem Tod. Das ist eine Geschichte für die Völker der Antike und des Mittelalters.



Der katholische Gott ist eine Vorstellung eines Gottes, der durch die Aufklärung getauft wurde (siehe Benedikt XVI). Für mich hat der katholische Gott wenig mit dem monotheistischen Gott der Antike zu tun. 



Mit dem Gott der Juden (Teile von den Juden hatten je eine schöne Aufklärung) und der Muslime, der nichts als ein rachsüchtiger, bösartiger, Frauen-verachtende, Schwulen-mordende Wüstengeist ist, mit diesem Wüstengeist habe ich nichts zu tun - den verabscheue und verachte ich. Und ich hasse ihn auch, wenn er mir aus den Gedanken bestimmter Menschen ins Gesicht und ins Ohr springt.



Ebenfalls verachte und verabscheue ich den protestantischen Luther-Gott - den Gott des Kapitals und der Einsamkeit der Seelen und den Absolutismus des gierigen Ichs - nach dem Motto: Gott und Ich. Von Du zu Du.


Logischerweise bin ich ein Gegner der Ökumene. Meiner Ansicht nach sollte in einem rechtsstaatlichen und aufgeklärten Staat Bürger nach ihrer (nicht-kriminellen) Religion seiner Wahl - nach seiner Façon selig werden.



Ich weiß viel aus historischen Quellen über das Leben und Wirken über die wunderbaren römischen Politiker Caesar, Augustus, Vespasian, Hadrian oder Mark Aurel  ... weiß aber sehr wenig über den Wanderprediger Jesus. 

Das, was ich über Jesus weiß, ist geschickte kirchliche Propaganda, schöne religiöse Legenden aus Nahost, kluge Weisheiten über das Zusammenleben der Menschen.



Aber historisch ist das alles für mich kaum wichtig.



Die römisch-katholische Kirche hat es in 2.000 Jahren geschaffen, die Tradition der Antike des römischen Reiches und der Demokratie Griechenlands zu bewahren (Recht, Philosophie und Literatur), auch Teile der Religionen der griechischen und römischen Götter zu bewahren und in eine römisch-katholische Heiligen-Welt zu übertragen und bewahren ...  deshalb bin ich kein frommer - aber ein begeisterter Katholik.



Aufklärung, der menschliche Verstand und der Glaube? Ich bin sehr verunsichert … ich traue meiner Aufklärung und meinem Verstand nicht mehr.



Wenn ich, wie am Heiligabend das Bach’sche „Weihnachtsoratorium“ höre, dann bin ich erschüttert, dann kommen mir die Tränen, vor der Schönheit und Wahrheit der christlichen Botschaft und der Tiefe des Glaubens … mein Verstand liegt angesichts dieser wunderbaren Musik und ihrer Worte in Trümmern.



Mein Verstand ist nur schnödes Handwerk für mein Denken und Handeln  -  für den Alltag zu gebrauchen ...

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