Ich grüße aus dem
„Kloster Pfühl“ in Heilbronn – so nenne ich meine Wohnung.
Vielen Dank für das
schöne Smartphone-Gespräch im „Wald“ – während meines Laufens. Ich kann halt nur über
meinen kleinen Kulturkonsum reden … oder über mein Beten im Wald, meine
täglichen Gottesdienste, etc.
Du hast an meinen
Wort-Kaskaden gemerkt, ich bin völlig von amerikanischer Kultur verseucht und
durchdrungen. Von Disney bis über „Queer As Folk“.
Ich liebe die USA - und
die Menschen dort. Auch wenn ich nur kurze Zeit in Tennessee, Utah, Wyoming und
Kalifornien war.
Aber ich habe das
„wirkliche“ Amerika kennengelernt, die
Provinz – die Weite, die Freundlichkeit, die Härte, die Religiosität und die
Liberalität.
Sicherlich. Die großen Städte sind auch die Vereinigten Staaten – aber völlig anders. Ganz anders. Das habe ich in San Franzisco kennengelernt.
Der Grund für die Filme,
die ausgesucht habe:
Seit Jahren liebe ich den
genialen und klugen Ang Lee, einen
taiwanisch-chinesisch-amerikanischen Mensch - und ein grandioser
Film-Regisseur.
Ich habe alle Filme von
ihm gesehen.
Ang Lees neuester Film
heißt LIFE OF PI (deutsch: Schiffbruch
mit Tiger) - eine wunderbare und
philosophische Geschichte über das Reisen, über Gott und seine Welt.
Ich bin heute noch hin
und weg, wenn ich an mein grandioses Erlebnis mit diesem Film denke.
Und der andere
Ange-Lee-Film ist BROKEBACK MOUTAIN, ein Meisterwerk, eine wirkliche Tragödie
unserer Zeit – sehr gekonnt nach der aristotelischen Dramentheorie gestrickt.
Ganz traditionell verfilmt.
Wer die Götter (Normen in
unserer Gesellschaft, die Regeln, die moralischen Gesetze) erzürnt, der wird
mit einem grausamen Tode bestraft - oder in eine tiefe Verwirrung und seelische
Not gestürzt.
In diesem Film ist die amerikanische Natur wunderschön fotografiert, nahezu romantisch – und wird aber auch grausamst geschildert.
Die Liebe
in diesem Film wird von Ang Lee als Naturkatastrophe
geschildert, aus dem für viele Menschen kein Entrinnen gibt. Das Resultat für
diese Liebe ist der Tod oder tiefste
Not.
Ich habe alle Erzählungen von Annie
Proulx (Pulitzer-Preisträgerin)
gelesen. Ich habe noch nie eine Erzählung (wie ihre BROKEBACK MOUNTAIN) so
genau (und so literarisch gekonnt) verfilmt gesehen wie in diesem Film.
Ein völlig anderer Film ist DRIVE , meine dritte Kultur-Gabe.
Drive ist ein US-amerikanischer Thriller des dänischen Filmemachers Nicolas Winding Refn aus dem Jahr 2011, der mit der Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von James Sallis sein Debüt als Hollywoodregisseur gab.
Ein Film
– ganz in der Tradition von Ingmar
Bergman gedreht. Ein Film, der wirklich unter die Haut geht. Zumindest bei
mir.
Ich
liebe ansonsten keine Thriller. Aber dieser Film hat mich vom ersten Augenblick
fasziniert, gefesselt und erschüttert.
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