Samstag, 6. August 2016

06.08.2016 - Direkt oder indirekt

Wie der Guardian berichtet, hatte schon Matt Damon  2015 das Schicksal seines Kollegen, den schwulen Rupert Everett, beklagt, der trotz großen Talents nie die Berühmtheit Damons erlangte. Damals habe Damon erklärt: "Du bist ein besserer Schauspieler, je weniger die Leute über dich wissen, und Sexualität ist ein großer Teil davon. Die Leute sollten nicht wissen, ob du hetero oder schwul bist, denn das ist eines der Geheimnisse, die du spielen können solltest."

Das erinnert an den Felix Krull von Thomas Mann: Schon früh zeigt sich Felix’ besonderes Talent zum Rollenspiel. Als Achtjähriger beteiligt er sich an einem Kurkonzert – mit einer Geige, die keinen Ton hervorbringt. Das Publikum ist entzückt von dem vermeintlichen Wunderkind. (…)

Zum Schlüsselerlebnis für Felix wird eine Begegnung mit dem Schauspieler Müller-Rosé, der auf der Bühne das Publikum als strahlender Held begeistert, sich in der Garderobe aber als besonders hässlicher und vulgärer Mensch erweist. Felix erkennt, dass der Begabung Müller-Rosés, die Menge mit den Mitteln der Illusion und Verführung zu verzaubern, das Bedürfnis der Menge nach Illusion und Verführung entspricht.

Übrigens gilt der Satz aus der Serie „Queer as Folk“ - in dem der schwule "Held" Brian Kinney sagt:  Es gibt zwei Gruppen von Heteros, die uns Schwule verachten oder hassen – die einen sagen es den Schwulen direkt ins Gesicht, die anderen hinter dem Rücken der Schwulen.

Der schwule Mann Brian Kinney sagt der bösen und hässlichen Art Mensch, die er zutiefst verachtet, nämlich den Heterosexuellen sehr deutlich: ... Ich bin ein Schwanzlutscher. Ich bin schwul. Und jedem, der mich dafür bemitleidet oder angreift, sage ich: Richte über dich selbst.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen